• PLATTFORM FÜR IN NOT GERATENE LANDSCHILDKRÖTEN

ERNÄHRUNG

 

Wir müssen bei aufgenommenen Tieren bzw. Abgabetieren leider immer wieder feststellen, dass diese jahrelang wenn nicht sogar jahrzehntelang falsch ernährt wurden, was zu irreparablen Gesundheitsschäden führt. 

Landschildkröten sind Pflanzenfresser (Herbivore) und demnach auch eben so zu ernähren. 

Der Verdauungstrakt von Pflanzenfressern (Herbivoren) unterscheidet sich ganz deutlich vom Verdauungstrakt der Fleischfresser (Karnivoren). Karnivoren verfügen über einen langen Dünndarm und einen kurzen Blind- und Dickdarm. Bei den Herbivoren ist dies genau umgekehrt.

Der mediterrane Lebensraum unserer Landschildkröte ist äußerst karg und kalksteinhaltig. Das perfekte, artgerechte Futtert wächst demnach auf kalksteinhaltigen Wiesen in Form von Wiesenkräutern und Gräsern.

Eine Auswahl an Wiesenkräutern, die für unsere Schildkröten als Hauptfuttermittel gelten, möchten wir Ihnen nachfolgend aufführen:

Ackerkratzdistel
Cirsium arvense
Ackerstiefmütter, chen
Viola Arvensis
Ackerwinde
Convolvulus arvensis
Apfelblüte/-blätter
Malus domesticus
Barbarakraut
Barbarea vulgaris
Bärlauch
Allium ursinum
Birnenblüte/-blätter
Pyrus communis
Bitterkraut
Picris hieracioides
Bocksbart
Tragopogon pratensis
Borretsch
Borrago officinalis
Breitwegerich
Plantago major
Brennnessel
Urtica dioica
Brombeere
Rubus caesius
Eibisch, echter
Althaea officinalis
Erdbeere (Blätter u. Blüten!)
Fragaria sp.
Eselsdistel
Onopordum sp.
Feldklee
Trifolium campestre
Ferkelkraut
Hieracium sp.
Fingerkraut, kriechendes
Potentilla reptans
Flockenblume
Centaurea jacea
Frauenmantel
Alchemilla vulgaris
Fuchsie
Fuchsia sp.
Funkie
Hosta sp.
Gänseblümchen
Bellis perennis
Gänsedistel
Sonchus oleraceus
Gänsekresse
Arabis spp.
Gemswurz
Doronicum orientale
Glockenblume
Campanula sp.
Habichtskraut
Hieracium pilosella
Hasel
Corylus avellana
Hauswurz
Sempervivum spp.
Hibiskus
Hibiscus sp.
Himbeere (Blätter)
Rubus idaeus
Hornklee
Lotus corniculatus
Huflattich
Tussilago farfara
Johannisbeere (Blätter u. Blüten!)
Ribes sp.
Johanniskraut
Hypericum spp.
Kamille
Matricaria sp.
Kapuzinerkresse
Tropaeolum majus
Kirschblüten/-blätter
Prunus avium
Klettenlabkraut
Galium aparine
Knoblauchsrauke
Alliaria petiolata
Kompasslattich
Lactuca serriola
Königskerze
Verbascum spp.
Kornblume
Cetaurea cyanus
Leinkraut
Linaria vulgaris
Lichtnelke
Silene spp.
Löwenmäulchen
Antirrhinum majus
Löwenzahn
Taraxacum officinale
Lungenkraut
Pulmonaria officinalis
Luzerne
Medicago sativa
Malve
Malva sp.
Margerite
Leucanthemum vulgare
Mohn (Klatschmohn)
Papaver thoeas
Moossteinbrech
Saxifragaarendsii
Moschugsmalve
Malva moschata
Nachtkerze
Oenothera biennis
Natternkopf
Echium vulgare
Pippau (Wiesenpippau)
Crepis biennis
Rainkohl
Lapsana communis
Raps
Brassica napus
Rotklee
Trifolium pratense
Schafgarbe
Achillea millefolium
Schlingknöterich
Fallopia baldschuanica
Schönmalve
Abutilona
Sonnenblume
Helianthus annuus
Sonnenhut
Echinacea spp.
Spitzwegerich
Plantago lanceolata
Stockrose
Alcea rosea
Storchschnabel
Geranium sp.
strauchige Kornwicke
Coronilla emerus
Taglilie
Hemerocallis sp.
Taubnessel
Lamium sp.
Veilchen
Viola spp.
Vogelmiere
Stellaria media
Wegwarte
Cichorium intybus
Weinrebe
Vitis vinifera
Weißklee
Trifolium repens
Wicke
Vicia sp.
Wiesenknopf (Pimpinelle)
Sanguisorba minor
Wilde Malve
Malva sylvestris
Witwenblume
Knautia arvensis
Ringelblume
Calendula officinalis
Fetthenne
Sedum sp.
Taubenkopf-Leimkraut
Silene vulgaris
Studentenblume
Tagetes

 

Und auch hier möchten wir Sie bitten, ein paar sehr wichtige Dinge zu beachten:

  • die Pflanzen dürfen nicht giftig oder gedüngt sein,

  • bitte pflücken Sie Ihren Tieren keine Pflanzen vom Straßenrand,

  • die Nahrung sollte möglichst proteinarm, kalorienarm, kohlenhydratarm sein,

  • sie sollten aber viele Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien und Kalzium enthalten,

  • es sollte abwechselungsreich gefüttert werden.


 

Häufige Fehler bei der Fütterung von frischem Grün:

  • es werden bevorzugt proteinreiche, kalorienreiche und kohlenhydratreiche Pflanzen wie

  • Klee, Löwenzahn, Malven etc. gefüttert,

  • die Pflanzen sind zu kalziumarm,

  • das Frischfutter wird zu häufig/lange angeboten,

  • es werden junge Pflanzen bevorzugt, die jedoch zu wenig Ballaststoffe bzw. Rohfasern enthalten, dafür zuviel Eiweiß.

 

Heu ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil der Nahrung, denn in freier Wildbahn grasen die Tiere den ganzen Tag und nehmen hierbei Heu aus Gräsern und Kreutern auf.

Wasser muss den Tieren immer in ausreichender Menge und frisch zur Verfügung stehen. Dies sollte man kombinieren mit einer Trink- und Badestelle. Wichtig: Täglich mehrfach das Wasser wechseln, da die Tiere beim Baden sich häufig lösen.

 

Schildkröten benötigen in "Gefangenschaft" lebensnotwendig den Zusatz von Calcium. In ihrer Heimat nehmen die Tiere über die Planzen viel mehr Calcium auf, da sie sich auf kalkhaltigen Böden bewegen und auch schon mal an Tierknochen herumknabbern oder Kalksteinchen und Scheckenhäuser finden. Somit sind wir gehalten, den Tiere zusätzlich Calcium anzubieren in Form von beispielsweise Sepiaschalen. Diese sind im Fachhandel zu erhalten. 

 

So seien an dieser Stelle nun auch die absoluten Top-Favoriten an ungeeigneten Nahrungsmitteln für unsere Schildkröten aufgeführt:

  • Fleischprodukte

  • Futtersticks/-pellets 

  • Obst

  • Salate

  • Getreideprodukte

  • Milchprodukte

  • Zusatzvitaminpräparate 

  • Gemüse